Baggerseefaktor "Windsurfen nicht nur in NRW"

Nach einem Besuch am Ausee bei Wesel mit Wut im Bauch habe ich diese zu Papier gebracht: Zugegeben, wir leben in Deutschland so dicht auf dicht, dass der kleinste See einer allgemeinen Bewirtschaftung unterliegen muss. Der Zustand und die Verwendung der Seen lässt darauf schließen, dass je nach Kolorit der lokalen Verwaltung die Nutzung betrieben wird, die sich in der Vergangenheit als mehrheitsfähig erwiesen hat. Wer den See nutzt, ist also zumeist davon abhängig, welche Nutzergruppe am lautesten schreit, mault, weint, und auch mal mit dem Spendensack wedelt! Die Freizeitsurfern, die an der gelegentlichen Ausübung seines Sportes an einem nahegelegen See interessiert sind, halten sich leider selten an diese Regel. Konsequenz, beim Abstecken der Claims waren sie nicht da, vielleicht an der Küste surfen. Die Ornitophilen bekommen Ihren Ruheplatz für Vögel, die Ichtophilen Ihren Angelplatz, die Köterphilen Ihre Abkotrennstecke, die Stadt ihr Strandbad, der größte Gewerbesteuerzahler am Ort sein unverbaubares Häuschen mitten im Landschaftsschutzgebiet, die Surfer bleiben ein Verwaltungsproblem. Windsurfen wird entweder verboten, oder durch die Seegestaltung so unattraktiv gemacht, dass sich ein Besuch des Sees sowieso nicht lohnt. ich nenne das den Baggerseefaktor. Alle die Surfer, die es sich nicht leisten können, jedes Wochenende an die Küste zu fahren und dazu gehören besonders auch die Jugendlichen, mangels Geld und Führerschein, sind gearscht!

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Als Fragen formuliert, was derzeit an den Seen schief läuft:

Warum muss ein potentieller Surf-See zumeist in etwa so aussehen: Wieso meint jeder Landschaftsgestalter, dass besonders schnellwachsende, hohe Baumsorten unbedingt jedes Gewässer unmittelbar und komplett umschließen müssen? Sogar Seen mit Surfclub lassen Ihre Gewässer mir unverständlicherweise zupflanzen, Konsequenz: draußen vergammeln die Boards in den Ständern, nur im Clubheim ist was los, man beratschlagt den nächsten Trip zur Küste. Die Seen liegen ohnehin niedriger als die umgebende Landschaft und wenn die Bäume nach ein paar Jahren richtig hoch gewachsen sind, kommt so gut wie kein Wind mehr auf die Seeoberfläche. Wieso ist ein Rundwanderweg immer wichtiger als ein Sandstrand? Hohe, steile Uferböschungen wie Sie gerne bei Auskiesungen übrig bleiben, werden nur zertrampelt und sacken zu dem alle paar Jahre nach. Wieso werden diese nicht eingeebnet und der Boden zur Anlage einer Wiese / Strandes genutzt? Wieso wird die Einstiegsstelle für Surfer in Luv oder in einer Abdeckung, selten seitlich zur Hauptwindrichtung gelegt? Wieso müssen Ruheplatze für Wasservögel und ähnliche Schutzzonen dort liegen, wo abtreibenden Surfer grundsätzlich landen, nämlich in Lee. Die Wasservögel suchen sich ohnehin die ruhigen Plätze am für Surfer uninteressanten Luv-Ufer, nie in Lee. Wieso dürfen die Uferzonen in Lee nicht betreten werden, wo sowieso kaum Ufervegetation wächst, während in Luv komplette Schilfgürtel fast von alleine wachsen? Wieso muss der Angelverein am besten Einstiegsplatz für sich beanspruchen und auch noch andere von der Nutzung des Uferbereiches ausschließen? Wieso ist der See in den Wintermonaten, wenn hier wirklich viel Wind ist, schon gesperrt? Die Argumente, die hier angeführt werden, sind nur dann plausibel, wenn die Surfer Seebereiche nutzen würden, die in dieser Zeit von Vögeln als Ruhezone gebraucht werden. Das sind aber nie die Zonen, die dem Wind offen ausgesetzt sind. An so einem See ist der Ärger vorprogrammiert. Die Schutzzone wird immer wieder von Surfern verletzt werden. Wer so einen See anlegt oder betreibt, sollte so fair sein und dass Windsurfen gänzlich zu verbieten!

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Dabei wäre eine Änderung doch so einfach......

So könnte eine geänderte Nutzungsordung des See aussehen, ohne das jemand zu kurz kommt. Die Schutzzone nach Luv, die Einstiegstelle mit Sand an der Seite, von Lee aus kann man am Ufer zu Not wieder zurückgehen. Die Steganlage wird den Anglern gegeben und diese mit Booten ausgestattet. Die Bäume in Luv werden gefällt und durch dichtes Strauch- und Buschwerk ersetzt und auch in Zukunft auf 1 bis 3 Meter Höhe gehalten. ( Die Tiere wird es freuen! ) Den Parkplatz ist jetzt weiter weg. Das ist durchaus sinnvoll, denn durch die paar Meter mehr zu Fuß bleibt einem das Volk, was sowieso nur mit dem Auto rumprollen will, weg. Die Angler sollten Boote benutzen und die Plätze unmittelbar vor der Schutzzone benutzen. Da sind sowieso die meisten Fische, der Rest ist nur Würmerbaden! Da jetzt in Luv keine Bäume mehr stehen, wird der Wind auf dem See gleichmäßiger und stärker. Die jahreszeitlichen Benutzungsbeschränkungen werden aufgehoben, stattdessen auf geeignete Windrichtungen und Stärken beschrankt, eine kleine Wetterstation und Hinweistafel reicht. Abschließend noch ein Argument gegen unverbesserliche Umweltschützer: Was jedes Wochenende an Sprit und Autos von den Surfern verknallt wird, um an die Küste zu gelangen und dort die Tiere des Wattenmeers zu stören, da keine surfbaren Seen mehr in der Umgebung existieren, wird in der Umweltbilanz von Seen nie berücksichtigt.

Etwas Versöhnliches zum Schluß. Ich denke, unsere Nord- Ort- und Südlichter werden mich nicht verstehen, da gibt es genug Meer und Seen. Gerade in NRW ist aber die Situation nicht berauschen. Deshalb drücken auch von hier ganze Karavanen von Freitag bis Sonntag nach Zeeland. In der letzten Zeit habe ich mich viel in Xanten, Thorn "Oude Maas" und Ool rumgetrieben. Drei Beispiele, das es doch geht. Xanten wurde der Spot am Mast 3 komplett neu angelegt, bis auch den Steineinstieg durchaus empfehlenswert. Ool ist aus der ersten Windsurfhype übrig geblieben, hat wirklich Flair. "Oude Maas" ist pures Wildwest, zumeist französischprachige belgische Surfer, kostenlos, Auskiesung läuft noch, aber wo gibt es sonst einen Sandstrand an einem Binnengewässer seitlich zur sauberen Düse. Fehlt nur noch das Garzweiler II volläuft, ich hoffe dann tun mir die Knochen nicht schon so weh, das ich noch aus Wasser gehe und die Planer machen hier nicht die gleichen Fehler.

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